Schulchronik 1926 - 1927 Drucken
Geschrieben von Claus Claussen   
Samstag, 10. Dezember 2011

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1926


Der Winter 1925/26 brachte gewaltige Mengen Niederschläge an Schnee und Regen. Die Wiesen an der Geeste und dem Scheidebach standen fast dauern unter hohem Wasser. Stellenweise litt auch das Winterkorn auf den niedrigen Äckern sehr unter der Feuchtigkeit. Wohl die meisten Keller im Orte waren wegen des hohen Grundwasserstandes mit Wasser, das in einigen mehrere fußhoch stand, angefüllt. Ältere Einwohner entsinnen sich .......... nach den 80 ziger Jahren jemals einen solch dauernd hohen Wasserstand gehabt zu haben.


Schülerzahl am 1. Mai 1926


KlasseKinder
I 47
II 34
III 39
 120


Ostern 1926 wurden 30 Neulinge in die Schule aufgenommen. Das ist wohl die höchste Zahl, die bisher je erreicht wurde.


II. Lehrerprüfung


Am 15. Juni 1926 bestand der Lehrer Hinrich Meyer II die Prüfung für die endgültige Anstellung. Die Prüfungs-Kommision bestand aus folgenden Herren:

Oberregierungsrat Hester, Schulrat Huth und Rektor Mahler (Wesermünde-Geestemünde)


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Volksentscheid über die Enteignung der Fürstenvermögen


Am 20. Juni 1926 fand die Abstimmung über die entschädigungslose Enteignung der Fürstenvermögen statt. Wahllokal war wieder im Scheperschen Gasthause. Von 407 Stimmberechtigten waren nur 7 - alle anderen blieben der Abstimmung fern - dafür, daß der im Volksbegehren verlangte Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der Fürstenvermögen Gesetz wird.


Ausflug


Im August d. J. machte die I. Klasse der hiesigen Schule einen 2 tägigen Ausflug nach Gnarrenburg (Glashütte) durch das Teufelsmoor nach Worpswede, Osterholz-Scharmbeck, Bremen.

Die II. Klasse war zu gleicher Zeit für einen Tag nach Cuxhaven (Kugelbake).


Reichsjugendwettkämpfe


Die diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe fanden am 2. September wieder in Bederkesa statt für fast sämtliche Schulen im Bereich des ehemaligen Amtes Bederkesa. Aus dem Dreikampf (Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwurf) gingen von den hiesigen Schulkindern Willy Ficken (Unterstufe) und Johann Ohlandt (Oberstufe) als Sieger hervor, wofür sie als Anerkennung mit der Ehrenurkunde des Reichspräsidenten ausgezeichnet wurden. Im Tauziehen blieb die Mannschaft der hiesigen Schule Sieger, wofür auch sie eine Ehrenurkunde erhielt.


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Stimmzettel für das Volksbegehren


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Zeitungsbericht über das "Ergebnis des Volksentscheids in den Landkreisen".

Insgesamt lag die Wahlbeteiligung bei 17,1 %


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1927


Anschaffung eines Epidiaskops


In einer gemeinsamen Sitzung des Schulvorstandes und des Gemeinde-Ausschusses wurde die Anschaffung eines Lichtbildapparates für die Schule beschlossen. Die Firma C. Müller (Photo-Müller) in Wesermünde-Lehe lieferte im Januar 1927 das Epidiaskop (Leitzs-Wetzlar) mit Zubehör zum Preise von 463,00 RM. Die Regierung hatte auf Antrag des Schulvorstandes zu den Anschaffungskosten eine stattliche Beihilfe in Höhe von 150,00 RM bewilligt. Der Apparat ist Eigentum der Schule. Doch soll er Vereinen zwecks Ausgestaltung ihrer Unterhaltungsabende gegen mäßiges Entgelt zur Verfügung gestellt werden.


Nähmaschine


Für die Vervollkommnung des Handarbeitsunterrichtes wurde im gleichen Monat eine Nähmaschine angeschafft, die von der Singer-Nähmaschinen-Aktiensgesellschaft in Berlin (Vertretung Bremerhaven) der Schule leihweise unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde.


Nachtrag: 1935 für 60,-- RM gekauft


Pestalozzifeier


Am 17. Februar waren 100 Jahre vergangen seit dem Tode Johann Heinrich Pestalozzi. Vom Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung war bestimmt, wegen der Bedeutung des Lebenswerkes Pestalozzis und bei dem ergreifenden Einflüssen seine Gedanken und sein Vorbild auf die Entwicklung gerade des preußischen Schulwesens geübt haben, die 100. Wiederkehr seines Todestages in den Schulen würdig zu begehen. Der Unterricht fiel an diesem Tage aus. Die Schulfeier fand

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abends in Verbindung mit einem Elternabend auf dem Scheperschen Saale statt. Die Veranstaltung war von der hiesigen Einwohnerschaft gut besucht.

Mit dem gemeinsam gesungenen Liede "Ich bete an die Macht der Liebe" begann er erste Theil des Abends, der dem Gedächtnis des vor 100 Jahren verstorbenen Pädagogen galt. Nachdem Lehrer H. Fr. Meyer in einer Ansprache auf die Bedeutung des Tages und Pestalozzis Verdienste gewürdigt hatte, folgten seitens der Kinder Deklamationen, Gesangsvorträge, ein Spiel zur Hundertjahrung von Pestalozzis Todestag, Vorlesungen und Vorträge aus dem Leben des großen Erziehers. Der zweite Teil des Abends wurde ausgefüllt durch Vorführung von Lichtbildern aus dem Harz mittels des neuangeschafften Epidiaskops. Die Beschreibung der Bilder erfolgte durch die Kinder. Der Abend erfüllte vollkommen seinen Zweck.


Auch des großen Tonmeisters Ludwig von Beethovens wurde anläßlich der Hundertjährung seines Todestages am 26. März in der Schule in würdiger Weise erfreud gedacht.


Den ländlichen Fortbildungsunterrichts im Winter 1926/27 besuchten 30 Schüler (22 Landwirte, 7 Handwerkslehrlinge und 1 Kaufmannslehrling).


Schülerzahl am 1. Mai 1927


KlasseAnzahlKnabenMädchen
I391623
II321814
III452421
 1165858


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Auf Anordnung des Kreisfürsorgeamtes kamen auch in diesem Jahre (im Jahre 1926 waren es zwei: Sophie Claussen und Anna Ohlandt (6 J.)) mehrere hiesige Schulkinder wieder zu einer sechswöchigen Erholung vom 20. April - 2. Juni nach Bad Pyrmont in das Helenen- Kinderheim. Es waren: Anna Ohlandt (7 Jahre), Lina von Soosten (7), Wilhelmine Borchers (9), Hinrich Fick (9) und Peter Wilkens. Sämtliche Kinder haben sich gut erholt.


Die I. Schulklasse machte ihren diesjährigen Ausflug nach Wangerooge und Helgoland. Die Abfahrt per Dampfer ging von der Lloydhalle - Bremerhaven am Montag, den 4. Juli nachmittags direkt nach Wangerooge. In der Jugendherberge wurde übernachtet. Die Rückfahrt erfolgte am Mittwoch, den 6. Juli über Helgoland. Auch diese Insel zu besichtigen fand sich genügend Zeit. Nachts gegen 24 Uhr langte alles wohlbehalten in Köhlen wieder an. Das Wetter während des Ausfluges war herrlich, die See ruhig, so daß nur 3 Kinder seekrank waren.


Die II. und III. machten die Woche davor einen eintägigen Ausflug. Bis Bremervörde fuhr man mit der Eisenbahn. Nach Besichtigung der Stadt gings zu Fuß nach der Walkmühle (?), die als Ziel gesteckt war. Die Eisenbahnrückfahrt erfolgte von Hesedorf aus. Das Verkehrsauto des Herrn Giese - Beverstedt, brachte die Kinder vom Bahnhof Geestenseth nach hier zurück.


Neue Schulbänke


Die I. Klasse erhielt im Juli 1927 24 neue zweisitzige Schulbänke mit Pendelsitz (siehe Abbildung - Modell 105). Mit der


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Abbildung der Schulbänke1


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Lieferung, die frei Station Geestenseth erfolgte, war die Spezialfabrik für Schulmöbel Hermann Uhlmann - Gera - beauftragt. Der Preis für eine Bank ohne Lehne stellte sich 53,50 RM, mit Lehne auf 59,65 RM. Die Gesamtkosten betrugen 1.341,00 RM.


Jubiläum


Der hiesige Schützenverein feierte in diesem Jahre sein 50 jähriges Jubiläum. Am

1. Pfingstabend versammelten sich die Schützen mit ihren Damen auf dem Scheperschen Saale zu einem Festessen mit anschließendem gemütlichen Beisammensein. Am

2. Pfingsttage trafen die benachbarten Schützenvereine ein, um gemeinsam mit dem hiesigen Verein auf dem herkömmlichen Festplatz am Westerholz das Jubiläum festlich zu begehen. Die besten Schützen erhielten zum Andenken Jubiläumsmedaillen.


Reichsjugendwettkämpfe


Von den diesjährigen Reichsjugendwettkämpfen am 2. Sept. in Bederkesa konnten folgende Kinder, die wieder mit der Ehrenurkunde des Reichspräsidenten ausgezeichnet wurden, als Sieger heimkehren:


1. Knaben Oberstufe: Johann Schröder, Johann Mall, Willy Ficken, Heinrich Hubert,

Dietrich Klingforth

2. Knaben Unterstufe: Hinr. Reuter, Hein Götjen, Johann Brandtjen, Johann Joost,

Friedrich Joost, Martin Höllings

3. Mädchen Oberstufe: Sophie Wendt, Gesine Claussen, Meta Döscher, Anna Götjen

4. Mädchen Unterstufe: Mimi Klingforth


Neuer Barren


Um die andauernden Reparaturunkosten an den draußen feststehenden Barren zu ersparen, beschloß der Schulvorstand die Anschaffung eines transportablen Holzbarrens, der von der Firma Heinr. Messerkueck (?) - Bremen (Turngerätefabrik) zum Preise von 140,00 RM am 19.10.1927 geliefert wurde.


  1. 1in der Heimatstube sind noch 2 Bänke ausgestellt

 
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