Die "Heinschenwalder Straße" Drucken
Geschrieben von Claus Claussen   
Samstag, 18. Juli 2009
Dieser und die nächsten Beiträge behandeln den Bau, bzw. Ausbau der einzelnen Straßen.
In den alten Unterlagen wurden noch keine Straßennamen genannt, sondern meistens nur von der Person bis zu der Person soll dies oder jenes gemacht werden. Zu dem damaligen Zeitpunkt wußte wohl jeder, was gemeint war; nur heute ist es teilweise sehr schwierig, die Daten der richtigen Straße zuzuordnen.


30. März 1908

Aus der Gemeinde war der Antrag gestellt, eine Strecke von 100 m vor dem Stübusch pflastern zu lassen. Der Vorsteher stellte den Antrag zur Abstimmung und stimmten für die Pflasterung 5 Personen, dagegen stimmten 2 Personen, Enthaltung 5 Personen.

14. August 1908
In der Versammlung wurde beschlossen, 100 m Straßenpflaster vor dem Stübusch im nächsten Herbst machen zu lassen.
Der Gemeindevorsteher wird beauftragt, mit den Steinsetzern zu unterhandeln. Nach Fertigstellung soll die Straßenstrecke von Jürg. Grafelmann und Joh. von Soosten abgenommen werden.

29. Dezember 1910
Da von mehreren Gemeindemitgliedern der Antrag gestellt war eine verlängerte Straßen-Ausbau auf dem Wege von Köhlen nach Drittgeest zu vorzunehmen, hatte der Gemeindeausschus in einer Sitzung am 22.12.1910 beantragt, den Antrag in einer Gemeinde-
versammlung zur Abstimmung zu bringen, ob im Jahre 1911 noch eine Strecke von circa 150 bis 200 lfd meter Straßenpflaster gemacht werden solle, es waren heute in der Gemeindeversammlung 88 Gemeindemitglieder, mit zusammen 215 Stimmen erschienen.
Da überhaupt 306 Stimmen in der Gemeinde vorhanden sind, so war die erforderliche Anzahl derselben in der Versammlung vertreten.
Der Antrag wurde mit 125 gegen 90 Stimmen angenommen.

05. Januar 1911
Es wurde verhandelt und einstimmig beschlossen, wenn für das Jahr 1911 noch Beihülfe gewährt werde, im laufenden Jahre 1911 noch weitere 200 lfd. Meter Straßenpflaster nach Maßgabe des von dem Kreis-Wegemeisters angefertigten Kostenanschlages von den Kommunalwege von Köhlen nach Drittgeest, unter Aufsicht der Landesbauinspektion, bzw. des Kreis-Wegemeisters vollständig und tadellos auszubauen und zu unterhalten.

15. August 1912
Die Gemeinde ist damit einverstanden das im Jahre 1913  400 lfd. Meter Straßenpflaster auf dem Wege von Köhlen nach Drittgeest zu, ausgebaut werde.

22. August 1912
Auf einer Länge von 400 Metern sollen Obstbäume gepflanzt werden.

21. Februar 1920
4. desgleichen wurde beschlossen, auf dem Melah auf 200 m auszubauen.

29. Juni 1921
Von Lüer von Soosten (1882 - 1960, Brokohweg) war der Antrag gestellt, ihm die Obstbäume von Köhlen nach Stühbusch in Pflege u. Pacht zu geben. L. v. Soosten übernimmt auf 8 Jahre die Pflege und erhält dafür die Nutznießung.

29. März 1922
5. Von Gemeinde „Einstellige Höfe“ war der Antrag gestellt, den Weg von Melah bis zur Drittgeester Grenze zu pflastern. Es wurde beschlossen, falls die Einstelligen Höfe das Steinematerial von Kamps Hause bis zur Grenze liefern, so will die Gemeinde Köhlen die anderen Arbeiten auf eigene Rechnung übernehmen.

19. November 1925
Punkt 1.
Wegen Ausbau der Straße Köhlen - Drittgeest wurde beschlossen:
1. die Strecke von 320 lfd. m bis an die Stühbusch Straße auszubauen.
2. von der Grenze Drittgeest nach Köhlen zu 100 lfd. m auszubauen.
Die Strecke von 420 lfd. m soll jedoch ..... ausgebaut, falls der Gemeinde Köhlen die Kreis & Provinzialsch... gewährt wird.

Punkt 2.
Die Strecke von der Drittgeester Grenze nach Köhlen mit 100 lfd. Meter soll jedoch nur ausgebaut werden, falls Johann Lührs Drittgeest das hierzu erforderliche Sand hergibt und sämtliche erforderlichen Steine liefert und ebenfalls für die 320 lfd. m das Sand hergibt.

11. Oktober 1928
Pkt. 1: Der Rest des Weges nach Drittgeest 312 m soll nach dem Wegeregulativ des Kreises ausgebaut werden. Mit Lührs - Drittgeest soll der Vorsteher oder Beigeordneter noch verhandeln, um das Angebot von 100 lfd. Metern Pflastersteine auf 150 m zu erhöhen.


1929
Die durch den östlichen Ortsteil führende Straße nach dem Einzelgehöft Drittgeest und der Gemeinde Einstellige Höfe (Kreis Bremervörde) ist jetzt bis zur Bremervörder Kreisgrenze ganz landstraßenmäßg ausgebaut. In den letzten Jahren wurden jährlich mehrere 100 m und in diesem Frühjahr die restlichen 300 m fertiggestellt. Für den Hof Drittgeest und die Gemeinde Einstellige Höfe, die ihrerseits auch ausgebaut haben, ist diese feste Zuwegung von größter Bedeutung. (Schulchronik Seite 119)

22. März 1930
Im Jahre 1930 sollen 3 - 400 m der Straße nach dem Stühbusch umgepflastert werden.

26. August 1932
Auf Antrag des Gemeindevorstehers zwecks Übernahme der Straße Köhlen - Drittgeest auf den Kreis Lehe, wurde vom Gemeindevorsteher folgende Erläuterung gegeben:
Heute waren der Landesbaurat Metz u der Privatwegebaumeister Ahrens erschienen, zur Besichtigung der vorgenannten Straße, es wurden auch die in der Anlage aufgeführten Mängel vorgefunden. Diese Mängel auszubessern würde nach der Berechnung in der Anlage 3.700 RM beantragen. Der Gemeindeausschuß beschließt einstimmig, das die Gemeinde Köhlen bereit ist, nach Übernahme der Straße auf den Kreis, die Summe von 3.700 RM als Abfindungssumme in 10 Jahresraten, nötigenfalls auch in 5 Jahresraten an den Kreis zu zahlen. (In der folgenden Sitzung wird der Betrag auf 4.000 RM erhöht.)

1934
Gleichzeitig mit dem Neubau der Dorfstr. West/Geestensether Str (von Hillebrandt 13 - Hillebrandt 53) wurde der Anschluß hergestellt an die Straße im Osten des Dorfes, die im Jahre 1929 neu gepflastert wurde bis zur Abzweigung der Straße nach Großenhain.
Die ganze Ortsstraße des ........ vom Denkmal (1914/1918) bis zur Bremervörder Kreisgrenze ist im Jahre 1932 gegen eine Abschlagsszahlung von 4.000 RM vom Kreis übernommen.
(Schulchronik Seite 161)

1968
Die 1966 begonnenen Straßenbauarbeiten an der Kreisstraße wurde um die restliche Strecke (von der Abzweigung Großenhainer Str. ) bis Drittgeest ausgebaut; mit einer Kurvenbegradigung bei Friedrich Steffens. (1)


29. April 1976
In der Gemeinderatssitzung wurden unter dem Punkt 3 die Straßennamen beraten und beschlossen.
Nach einer ausführlichen Diskussion, auch von Seiten der 8 Zuhörer, wurden mit wechselnden Mehrheiten folgende Ortsstraßennamen festgelegt:

Heinschenwalder Straße von  W. Lintelmann bis Friedrich Brünjes

18. August 2008
Die Straße wurde vereinzelt mit Splitt und Teer versehen.


(1) Buch „Erbhof Döscher“, geschrieben von Martin Döscher (1905-1993)

 
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