Die "Großenhainer Straße" Drucken
Geschrieben von Claus Claussen   
Sonntag, 17. Mai 2009
Dieser und die nächsten Beiträge behandeln den Bau, bzw. Ausbau der einzelnen Straßen.
In den alten Unterlagen wurden noch keine Straßennamen genannt, sondern meistens nur von der Person bis zu der Person soll dies oder jenes gemacht werden. Zu dem damaligen Zeitpunkt wußte wohl jeder, was gemeint war; nur heute ist es teilweise sehr schwierig, die Daten der richtigen Straße zuzuordnen.


30. Mai 1900

Es lag ein Antrag des Halbhöfners Joh. Lück vor, an dem Wege bis nach seinem Hause den Fußsteig weiter zu führen. Unter der Begründung, daß die Straße mit der Zeit weiter geführt zu werden in Aussicht stehe, wurde die vorherige Anlage eines Fußsteiges abgelehnt.(*1)

14. April 1903
Es wurde beschlossen, auf Antrag des Halbhöfners Johann Lück, den Fußweg am Kommunalwege nach Grossenhain bis nach Lück’s Hause im Herbst d. J. weiter zu führen und Bäume an demselben anzupflanzen.

23. Febr. 1904
Die Brücke bei J. Lücks Hause soll mit 2-zölligen(*2) eichenen Bohlen neu belegt werden.

30. Nov. 1908
Es war ein Antrag eingegangen, die Straße nach Joh. Lück’s Hause eine Strecke lang weiter auszubauen. Der Antrag wird noch 1 Jahr zurückgestellt. Die Straße soll auf 100 m im Jahre 1910 gemacht werden.

1. Juni 1909
Der Ausschuß beschließt, im Jahre 1910 nach Maßgabe des von dem Kreis-Wegemeister angefertigten Kostenanschlages vom den Kommunalwege von Köhlen nach Grossenhain in einer Länge von 160 m unter Aufsicht der Landesbauinspektion bzw. des Kreiswegemeisters vollständig und tadellos auszubauen. Die Pflasterarbeiten wurden dem Steinsetzer H. Behrmann für ein m² Pflaster für 60 Pf. übergeben.
              Wahrscheinlich führte diese Strecke aber noch durch den Windbrakenholz

21. Februar 1920
3. wurde beschlossen, auf dem Wege bei Lücks Hause 200 m auszubauen.

21. Juli 1922
5. Die Straßenpflasterung bei Lücks Hause wurde dem Steinsetzer Aue übertragen
für qm 7,- M, Steinschlag 1 cbm 35,- M.

14. Sept. 1933
Punkt 2. Arbeitsbeschaffungsprogramm
Der Gemeindeausschuß beschloß, 500 m des öffentli. Gemeindeweges von Köhlen nach Großenhain zu pflastern. Da aber die notwendigen Mittel aus dem Gemeindeetat nicht zur Verfügung stehen, soll der Gemeindevorsteher versuchen alle Hebel zur Beschaffung der Mittel in Bewegung zu setzen. Die Planierungsarbeiten sollen durch hiesige Erwerbslose ausgeführt werden.

14. Nov. 1933
P3. Es wurde beschlossen zu den Straßenumbau bei Joh. Lücks Hause auch die Brücke zu erneuern. Zu diesem Zweck soll die alte Holzbrücke, durch Zementrohre von 80 cmtr Weite zu ersetzen, da die alte Brücke etwas mehr lichte weite hatte, so wurde der Anlieger Cl. Claussen (1879 - 1935) zu der Versammlung zu gezogen, dieser erklärte sich damit einverstanden, das dort 80 cmtr. Rohre eingelegt würden.

07. Februar 1934
Es wurde folgendes verhandelt. Die Gemeinde Köhlen hatte zum Ausbau der Straße von Köhlen nach Großenhain, bei dem Herrn Regierungspräsidenten in Stade beantragt, daß der zum Straßenbau benötigte Sand unentgeltlich vom Forstfiskus „Windbrakenholz“ zur Verfügung gestellt würde. Die Regierung in Stade hat unter Verfügung vom 26.10.33 den Antrag unter der Bedingung genehmigt, daß die Gemeindesandgrube Kartenblatt 4 Parz. und einen 8 mtr. breiten Weg über das Schulgrundstück Kartbl. 4. Parz. unentgeltlich an den Fiskus abtritt.
Anmerkung von Claus Claussen: Bisher verlief der Weg nach Großenhain 100m hinter Lücks Haus links hinterm Desebruch und durch den Windbrakenholz. Die Gemeindesandgrube ist die Sandgrube am westlichsten Zipfel des Windbrakenholz. Das Schulgrundstück endete etwa dort, wo heute die Straße rechts zum „Rauhen Berg“ geht.
Anmerkung von Hermann Claussen: Der Fiskus lieferte Sand und bekam dafür eine Zuwegung in das Windbrakenholz über das Schulgrundstück

1935
Von März bis Juni 1935 wurden 500 m des öffentlichen Weges nach Großenhain, bei Hof Lück - Desebruch beginnend, gepflastert. Die Pflasterungsarbeiten (2.200 RM) wurden ausgeführt von dem Straßenbauunternehmen Hüllen - Hagen. Über 3.000 m Erde mußten vorher gemeindeseits durch Hand- und Spanndienste bewegt werden, um ein einigermaßen gleichmäßig verlaufendes Straßenstück zu erhalten. Für den Wasserdurchlaß bei Lücks Haus wurden Rohre von 1 m Lichtweite beschafft.(*4)

Gemeinderatsprotokoll vom 10.03.1950 Punkt 3:
Es sollen lediglich 200 m in der Straße nach Großenhain bei Hinrich Ahrens Hause umgelegt werden, wenn dafür vom Kreis ein Zuschuss gezahlt wird.
Bis 1950 geht die Straße etwa bis auf den Berg hinter der Kurve.(*5)
Die Straßenverbindung nach Großenhain ging bis etwa 1950 durch den Windbrakenholz (Staatsforst).(*6)


Gemeinderatsprotokoll vom 18.12.1951 Punkt 13:
Es wurde beschlossen die Straße bei Hinrich Ahrens im nächsten Haushaltsjahr 500 m umzulegen und einen Antrag auf Kreiszuschuß zu stellen. Die Befahrung der Fußsteige mit Kies soll noch vor Weihnachten vorgenommen werden.

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Etwa 1952 wird ein Mörtel (Sand + ?) aufgebracht.
Dies hält nicht lange.

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Gemeinderatsprotokoll vom 19.03.1953 Punkt 4:
Straßenbau nach Großenhain > 250 m sollen umgelegt werden.

Gemeinderatsprotokoll vom 14.01.1954 Punkt 5:
Zu dem bereits beschlossenen Straßenbau 1953 Vorm Moor von 100 m sollen noch 50 m im neuen Haushaltsjahr der Straße Brandhagen nach Großenhain um 200 m weiter ausgebaut werden.
Anm. von Claus Claussen: wo was gebaut werden soll, verstehe ich nicht.
Anm. von Hermann Claussen als Augenzeuge: a) 100 + 50 m Vorm Moor; b) 200 m Brandhagen. Die Anlieger mußten Steine liefern. Die Fa. Steffens hat die Findlinge zerkleinert und anschließend gepflastert.

Gemeinderatsprotokoll vom 27.01.1955 Punkt 6:
Im Rechnungsjahr 1955 sollen 300 m Straßenneubau „Vorm Moor“ und auf dem Brandhagen hergestellt werden.

Gemeinderatsprotokoll vom 13.05.1957 Seite 350:
Über den dringenden Ausbau der Verbindungsstraße nach Großenhain entspinnt sich eine längere Aussprache. der Weg wird außer der rein landw. Benutzung sehr stark durch die Holzabfuhr vom Forstfiskus u. der Köhlner Holz-Int. I und der Waldgenossenschaft „Bärhorn“ beansprucht. Hinzu kommt noch die sehr starke Torfabfuhr v. Torfwerk Großenhain u. aus Privattorfstichen, nicht nur der Köhlener Einwohner, sondern fast noch mehr von Ringstedt und darüber hinaus. Die Köhlener Forsten sind bereit, zu dem Ausbau eine finanzielle Hilfe zu geben. An den Forstfiskus soll auch ein entsprechender Antrag gestellt werden. Zu prüfen bleibt, ob den Anliegern noch ein Wegstreifen von 4 - 5 m verkauft werden kann, um diesen erlös dann für den Straßenbau zu verwenden. - Da der Gemeinde in der Sandgrube „Rauher Berg“ (*7) genügend Sand für eine Vermörtelung zur Verfügung steht, sollen entsprechende Verhandlungen geführt werden.
Die Gemeinde Großenhain wird sich wahrscheinlich ebenfalls beteiligen für ihre Wegstrecke. Für den Sandkoffer müßte vertraglich der Forstfiskus aus der Sandgrube Windbrakenholz zur Verfügung stehen.

Gemeinderatsprotokoll vom 17. Juni 1957  Punkt 1:
Der Gemeinderat ist einstimmig der Meinung, daß der Ausbau der Brandhagenstraße als Versuchsstrecke in Bitumenvermörtelungsverfahren durchgeführt werden soll. Die Gemeinde übernimmt die als Eigenleistung vorgesehenen Kosten.
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In dem Buch „Erbhof Döscher“ schrieb Martin Döscher 1957 folgendes:
Zusammen mit der Gemeinde Großenhain wurde der Weg über den Brandhagen in 4 m Breite im Teermörtelungsverfahren mit großen Maschinen ausgebaut. Die Finanzierung geschah aus Mitteln des „Grünen Plans“. Die Köhlner Strecke (2 km) kostete 102.000 DM, davon 30% als Eigenleistung der Gemeinde.

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In dem Buch „Erbhof Höllings“ schrieb Hein Höllings 1959 folgendes:
Der Wert der zugekauften Ländereien steigerte sich besonders durch die Fertigstellung der Teerstraße nach Großenhain (Herbst 1958).

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Bei einer Bestandsaufnahme der Straßen zum 1.1.1961 wurde folgendes festgestellt:
 Innerorts 1.150 m  altes Kopfsteinpflaster zw. 3,50 + 5,50 m breit
 Außerorts    650 m „    „
 „  2.070 m mittelschwerer bitumöser Belag

Gemeinderatsprotokoll vom 23. April 1964; Punkt 6:
Es wurde beschlossen, die Findlingsstraße von Hinrich Ahrens in Richtung Großenhain von der Fa. Töllner mit einer Bitumendecke versehen zu lassen, nach deren Vorschlag vom 22.04.64, wenn diese Fa. damit einverstanden ist, daß die Finanzierung auf 2 Haushaltsjahre verteilt wird.

1964
An Straßenbaumaßnahmen wurden ausgeführt eine Bitumendecke auf das Findlingspflaster nach Großenhain8.

März 1976
Im Gemeindespiegel wurden die Straßenbezeichnungen bekanntgegeben, die damals aktuell diskutiert wurden. Der Vorschlag für diese Straße war „Claus Hencken Str.“.


29. April 1976
In der Gemeinderatssitzung wurden unter dem Punkt 3 die Straßennamen beraten und beschlossen.
Nach einer ausführlichen Diskussion, auch von Seiten der 8 Zuhörer, wurden mit wechselnden Mehrheiten folgende Ortsstraßennamen festgelegt:

Großenhainer Straße von  Albert Ahrens  bis Johann Lück



29. - 31.12.2003(*9)
Auf Initiative von Hein Jürgens (1940) beteiligen sich alle Anwohner der Straße an einer Busch- und Baumfällaktion an der Straße.
Links und rechts von der Straße wird der Busch und teilweise auch einzelne Bäume gefällt, und zwar vom Ortsschild bis zur Desebreck.

Claus Jürgens (1970) stellt einen Trecker und Wagen; Andreas Krause arbeitet mit der Motorsäge. Die anderen Bewohner laden den Busch auf.


Ostern 2004(*10)
Auf der frei gewordenen Fläche werden auf der linken Seite 27 und auf der rechten Seite
12 Linden-Bäume gepflanzt.

Die jetzt etwa 2 m großen Bäume hatte Hinrich von Soosten (1937) etwa im Jahre 2000 als
 1 m große Setzlinge gepflanzt.

14. Juni 2005
Die Straße wird von der Abzweigung der Dorfstr. Ost bis mindestens zur Abzweigung zum Desebruch mit Teer und Rausplitt großflächig ausgebessert.

16. Mai 2006
Etwa auf Höhe der Grenze zwischen Buchal und Steffens ist ein Wasserrohrbruch, der gegen 23:00 noch behoben wird.

28. Juli 2006
Die Straße wird von der Abzweigung zum Desebruch bis nach Kleinenhain mit Teer und Rausplitt großflächig ausgebessert.

19. Juni 2007
Die Straße wird von dem Köhlner Ortsschild bis nach Kleinenhain mit Teer und Rausplitt großflächig ausgebessert.

15. Oktober 2007
Links an der Straße wird ca 1 m breit die Erde weggefräst, damit das Wasser besser von der Straße weglaufen kann. Ein auswärtige Fa. bearbeitet die Strecke von Buchal bis nach Lück.

Aug. - Dez. 2008
Der Wasserversorgungsverband Bederkesa führt durch die Fa. Bohlen & Doyen eine Rohrnetzsanierung durch. Die 1963 verlegten Rohre werden von der Desebreck bis zum Anschluß an die Dorfstr. Ost erneuert.
Der Anschluß an das Rohrnetz erfolgte am 12.03.2009; gerade an diesem Tag regnete es den ganzen Tag.

*1 Gemeindeausschußprotokoll Seite 7
*2 1 Zoll = ca 2,4 cm
*4 Schulchronik Seite 201
*5 *6 Der Weg von Südwesten bis Nordosten war bis zur Flurbereinigung Gemeindeweg,          keine Straße; lt. Hermann Claussen
*7 lt. Hermann Claussen ist der „Hoher Berg“ gemeint
*8 „Erbhof Döscher“, geschrieben von Martin Döscher (1905-1993)
*9 mündlich von Ingo Hincke
*10 mündlich von Ingo Hincke

 
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