| Eine Aussteuer im Jahr 1820 |
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| Geschrieben von Claus Claussen | |
| Mittwoch, 08. April 2009 | |
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In der Tabelle ist eine Aussteuer aus dem Jahre 1820 dedailiert beschrieben. Lt. Wikipedia werden Güter, die die Braut mit in die Ehe bringt, die "Aussteuer", auch "Mitgift" genannt. Allgemeiner formuliert handelt es sich bei der Mitgift um eine kulturell festgelegte Form des Gabentranfers anlässlich einer Heirat. Die Gaben werden vom Vater der Braut an den Vater des Bräutigams oder aber an das Ehepaar selbst übergeben. In Deutschland war es bis ins 20. Jahrhundert üblich, daß junge Frauen bis zum Zeitpunkt der Heirat eine Grundausstattung an Gütern für den zukünftigen Haushalt erworben hatten. Diese als Aussteuer bezeichneten Güter bestanden häufig aus hochwertigen Heimtextilien, Eßgeschirren und anderen im Haushalt benötigten Gegenständen, die meist in Form von Geschenken erworben und bis zur Heirat aufbewahrt wurden. Diese Tradition verlor im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung und dürfte heute nur noch selten anzutreffen sein. Die Mitgift soll dem jungen Paar einen eigenen Haushalt ermöglichen. Falls der Ehemann stirbt, dienst sie seiner Witwe als finanzielle Unterstützung. Um 1820 gab es noch keine Rentenversicherung. Die Höhe der Mitgift richtet sich vor allem nach der sozialen Stellung des Bräutigams, wodurch Frauen niederer sozialer Schichten effektiv daran gehindert wurden, in höhere Schichten einzuheiraten, ohne dass es dafür expliziter Verbote bedarf. Der Wittwer Henrich Hilldebrandt (01.09.1782 - 02.03.1851) aus Köhlen heiratete am 23.11.1820 die ledige Anna Margaretha Gerdes (06.04.1799 - 06.03.1835) aus Ringstedt. Ihre Eltern waren Carsten Gerdes aus Ringstedt und Margarethe Döscher aus Ankelohe. Über die Aussteuer, die Anna Magaretha mit in die Ehe brachte, gibt es eine Übersicht: ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Inventarium Von des Anna Magreta Gerdes ihren Ehe Mann Hinrich Hillebrand in Köhlen zugebrachten Brautschatz wovon von uns unterschrieben nach besten Wißen den Werth oder Taxatum zugleich beygesetzt worden in Golde >>> Tabelle als Vollbild-Ansicht Köhlen den 23 ten November 1820 Den richtigen Empfang des obigen Specificirten Brautschatz bescheinige und quitire ich hiedurch Köhlen und Dato wie oben gez. H. Hillebrandt mit einer anderen Schriftfarbe wurde noch nachgetragen: bis auf einen Rest von 50 Rthl, solches steht jedoch bis zur Annahme der Stelle ohne Zinsen Seite 1 298 Rthl 48 gr Seite 2 19 „ 8 „ Seite 3 43 „ 36 „ Seite 4 16 „ Suma 376 Rthl 20 gr wegen das zur Hochzeit erhalten kommt hin zu 21 Rthl Summa 399 Rthl 20 gr ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Nachdem ihre Mutter 1835 verstorben war, bekam die Tochter Margaretha Mangels, geb. Hillebrandt die Aussteuer (Brautschatz) der Mutter. Daß wir wegen mütterlichen Brautschatz sowie er im vorstehenden beschrieben und taxiert ist völlig befriedigt sind wird hiedurch quitiert. Köhlen den 5 ten Sept. 1847 gez. Hinrich Mangels gez. Margaretha Mangels *1 Beest = Rind *2 ein Anker = 38,94 l *3 eine Tonne = 199,37 l *4 Anrichte *5 ca. 5 l Inhalt *6 Spaten *7 eine Elle = in Hannover = 0,573 m *8 zwölf *9 *10 vergleichbar mit 2. Wahl = grobes Garn *11 grobes Linnen |
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