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- Geschichte - >>> Schulchronik 1931
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| Geschrieben von Friedhelm Fink | |
| Freitag, 21. April 2006 | |
Die Römerschlacht von Köhlen-Ringstedt*Nahezu 2000 Jahre mögen es her sein, da durchstreiften römische Soldaten auch das Land zwischen Weser und Elbe. Mit ihren Schiffen hatten sie die Weser angelaufen, dort verächtlich die ärmlichen Fischerhütten im zimbrischen Nebel der Küste beobachtet, das im ewigen Wechsel sich vollziehende Heben und Senken des Ozeans bestaunt und dem donnernden Grollen der Wogen gelauscht. Murrend und fluchend durchzogen sie jetzt schwer bepanzert auf Sandwegen die Heide oder tasteten sich auf mühsam erbauten Bohlendämmen durch das schwankende Moor. Die ermüdeten Krieger waren schließlich froh, als sie auf trockenem Geestboden ein festes Lager aufschlagen konnten, das nach und nach, wie vielerwärts, sich zu einer römischen "Colonia" erweiterte. Die der fremden Sprache unkundigen Landleute machten sich den Namen mundgerecht als Köhlen. Zum Unterhalt ihrer Soldaten bedrückten die Römer die freien germanischen Bauern mit dem üblichen Zins, unerhörten Lieferungen von Nahrungsmitteln, Holz, Torf und sklavischen Diensten. Zähneknirschend ballten die Bauern ihre Fäuste im Sack der ärmlichen Linnenhose; sie harrten auf den Augenblick, wo sie das verhasste Joch würden abschütteln können. Zur Neumondszeit wurde im nächtlichen Thing der Plan zu einem allgemeinen Volksaufstand beraten. Überall erhoben sich auf den "Lüchterbargen" der Marken Holzstöße, und als der Heerpfeil von Hof zu Hof ging und nächtlich das Heerhorn geblasen wurde, lohten die Scheite auf; Fanale des Freiheintskampfes. Von allen Seiten stürzten bäuerliche Rotten von Jung und Alt, Männern und Frauen auf die Feinde. Schauerlich hallten Schlachtgeheul und wilde Jedute-Rufe durch die Nacht. - Schließlich wichen die Kohorten. Der grauende Tag fand ein zerstörtes Lager, leer vom Feind. Die lang ersehnte Freiheit war errungen. Jedermann freute sich des Sieges, und man nannte die Walstatt Ringstedt nach jenem gewaltigen Ringen mit den Römern. Man hört aber auch, dass Ringstedt seinen Namen von dem Ringe habe, der für einen Thing oder einer Gerichtstagung abgesteckt wurde.
* Der Text stammt aus dem Buch „Hake Betken siene Duven“ Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von dem Heimatbund "Männer vom Morgenstern". Die Veröffentlichung an dieser Stelle geschieht mit freundlicher Genehmigung von Johannes Göhler als Vorsitzender der "Männer vom Morgenstern" - Heimatbund an Elb- und Wesermündung. |
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