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| Der Notteich am Spritzenhaus |
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| Geschrieben von Claus Claussen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Donnerstag, 07. August 2008 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Teilweise wurde der Notteich auch im Buch „700 Jahre Köhlen ...“ auf den Seiten 388 - 391 behandelt. Aus dem „Rechnungs Büchlein für die Dorfschaft Köhlen“(1) kann man folgendes entnehmen: Ausgaben zum Sprützen Hause, welches 1823 gebaut wurde:
Ob es vorher schon ein Spritzenhaus gegeben hat, ist nicht bekannt. Seit wann es den Notteich an dieser Stelle gibt, ist nicht zu sagen. In der Verkoppelungskarte von 1855 ist weder der Notteich noch das Feuerwehrhaus eingezeichnet. Auf einer Landkarte von Köhlen aus dem Jahr 1874 ist das Grundstück mit dem Feuerwehrhaus zu erkennen, aber nicht der Notteich selber. Auf der gleichen Karte ist auch die Verbindungsstraße von der „Dorfstr. West“ zur „Mühlenstr.“ zu erkennen. Sie wurde wahrscheinlich nach 1855 gebaut. Eine Geschichte, die am Rande mit dem Notteich zu tun hat, wurde von Hermann Claussen (1882-1965) an seinen Enkel Hermann Claussen (1933) weitererzählt. Es war wohl etwa um 1892, als Hermann Claussen mit anderen Kindern auf dem zugefrorenen Notteich Schlittschuhe lief. Da kam aus Bederkesa Herr Rothe mit einem Hochrad durch den Schnee geschoben. Die Kinder wollten gerne sehen, wie der Mann wohl auf dem Fahrrad aussehen wird, wenn es fährt. Sie folgten ihm bis nach Wollingst, dann kehrten sie wieder um, ohne das der Mann aufgestiegen war, weil auf der Straße zu viel Schnee lag. Der Mann wollte zum Bahnhof nach Stubben(2), um mit den Zug nach Berlin zum Geburtstag von Kaiser Wilhelm II am 27. Januar zu fahren.
Gemeindeausschußsitzung vom 07.06.1933 (Seite 46) P2. Wurde beschlossen in den Notdeich am Spritzenhause eine Betonmauer längs zu ziehen um den Uferbruch einzudämmen. Die Ausführungsarbeiten sollen Wilh. Hubert übertragen werden.
Gemeinderatsprotokoll vom 11.05.1949 Punkt 11: Um den Notteich soll bis zu Beginn der Bauarbeiten ein Maschendrahtzaun gezogen werden. Gemeinderatsprotokoll vom 20.06.1949 Punkt 5: Der Notteich soll sofort gesäubert und mit Maschendraht eingezäunt werden. Mit der Aufsicht der Arbeit wird Johann Twachtmann (1887-1960) beauftragt. 1951 wird der Notteich leergepumt, der Schlamm ausgegraben und dafür wird am 09.11.1951 an gleicher Stelle eine 96 m³ große Zisterne fertig gestellt und vom Kreisbrandmeister abgenommen. Mindestens seit 1850 gab es die Hand- und Spanndienste. Anhand der Größe eines Betriebes mußten Hand- und Spanndienste für die Gemeinde getätigt werden. Je angefangene 2 ha musste 1 Tag gearbeitet werden. Beim Spanndienst wurde ein Pferdegespann mit Wagen oder später ein Trecker mit Wagen zur Verfügung gestellt. Für den Handdienst zählte eine Person. Überwiegend wurden die Hand- und Spanndienste zur Instandsetzung der Straßen und Wege benötigt. Es wurde aber auch z.B. der Sportplatz gepflegt, im Winter Schnee geräumt, Rohre verlegt, usw. Die Hand- und Spanndienste wurden 1974 mit der Gründung der Samtgemeinde Bederkesa aufgehoben. Zum Bau der Zisterne im Jahre 1951 wurden insgesamt 512 Tage Hand- und Spanndienste geleistet. Der Wert entsprach 1951 etwa 5,00 DM je Tag.
Der Aufwand an Hand- und Spanndiensten wurde sehr hoch, weil die Ausschachtungsarbeiten des alten Notteiches sich äußert schwierig gestalteten. Das 1823 erbaute Feuerwehrhaus wird 1947 von Friedrich Warnke abgerissen. (Zuvor wurde 1939 auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Mühlenstraße ein neues Feuerwehrhaus gebaut). Friedrich Warnke baut im „Ortbruch 16“ ein neues Haus. Auf der Verbindungsstraße war vom 1.5.1970 bis zum 31.5.1997 die Haltestelle des Busses der VGB(3) (4). Bis 1970 führte die Verbindung über Schiffdorf, Bramel, Elmlohe und Kührstedt nur bis Ringstedt. Ab dem 1.6.1977 wurde die Verbindung nach Köhlen aus Kostengründen eingestellt, weil auch nur noch sehr wenige Personen den Vorteil der direkten Verbindung von Bremerhaven nach Köhlen nutzten. Ab diesem Tag gab es nur noch die Bahnverbindung ab Geestenseth nach Bremerhaven. Auf dem Notteich stand einige Jahre lang auch der Papier- und Glascontainer. Beim Leeren des Glascontainers wurde die Spitze einer Eiche beschädigt. Die Eiche wurde später ersatzlos gefällt. Im Sommer 1999 wurde die Steinmauer an der „Dorfstr. West“ von Carsten von Soosten (1934), Rolf Hüner (1940) und Hinrich von Soosten (1937) in Erde aufgesetzt. Der Platz wurde im Jahre 2000 renoviert. Der Beschluß wurde in der Ratssitzung vom 7.3.2000 gefaßt. In der Sitzung vom 11.7.2000 wurde bekanntgegeben, das die Renovierung der beiden Denkmalplätze in der Dorfmitte (bei Scheper) und an der Großenhainer Str. 73.300 DM gekostet hat, die Gemeinde hat einen Zuschuss von 28.000 DM erhalten. Die Verbindungsstraße (Dorfstr. West zur Mühlenstr.) wurde aufgelöst und ein Stein mit der Inschrift „Köhlen 1300 Wappen 2000 “ aufgestellt. Ein Schaukasten mit einem Straßenverzeichnis von Köhlen, eine Holzbank und ein Holztisch wurden aufgestellt. Eine Eiche wurde gefällt. Aktuell stehen zwei Eichen auf dem Notteich. In der Ratssitzung am 15.06.2004 wird beschlossen, daß die Pflegemaßnahmen für die gemeindeeigenen Plätze durch Vereine und Straßengemeinschaften durchgeführt werden sollen. Der Notteich wird von der Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Johann Reuter gepflegt. Ende April/Anfang Mai 2005 wurde die Steinmauer an der „Dorfstr. West“ von Walter Pfeif und Reiner Richter in Zement neu aufgesetzt. >>> Am 3. November 2007 pflanzte die Jugendfeuerwehr Osterblumen auf dem Notteich. Quellen: 1) Schulchronik Lehrer Meyer und weitere unbekannte Schreiber 2) 700 Jahre Köhlen 1300 - 2000 Gemeinde Köhlen 3) Knaurs Lexikon (Ausgabe 1969) 4) Hermann Claussen (*1933) 5) Nordsee-Zeitung 6) Gespräche mit Martin Hillebrandt, Anita Hillebrandt und Ernst Scholz 7) Protokollbücher Gemeinde Köhlen 8) Rechnungsbüchlein der Dorfschaft Köhlen Fussnoten (1) Das „Rechnungs Büchlein“ wurde von Ernst Bauermeister aus Ringstedt abgeschrieben (2) den Bahnhof in Geestenseth gab es damals noch nicht (3) lt. Telefonat am 21.07.2008 mit Herrn Homann von „Bremerhaven Bus“ (4) VGB = Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG |
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