Der Hitler-Gedenkstein Drucken
Geschrieben von Claus Claussen   
Samstag, 12. Juli 2008


Straße + Haus-Nr. seit 1980 Nr. seit 1840;
davor
Denkmalplatz

Großenhainer Str.2

1)
Wahrscheinlich wurde dieses Grundstück nach der Verkoppelung 1855 als Gemeindegrundstück angelegt. Hier befand sich eine Gemeinde-Lehmkuhle. Ähnlich wie in einer Gemeinde-Sandkuhle konnte jeder Einwohner Lehm für den Eigenbedarf ausgraben. Der Lehm wurde gebraucht z.B. für den Backofenbau oder zum Häuserbau.


Aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 22.08.1922 (Seite 272)


3. wurde beschlossen, auf mehrmalig angeregten Antrag betreffend Notteich bei H. Jürgens Hause, diesen bei trockener Jahreszeit mal herzustellen.


Aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 20.08.1924 (Seite 272)


Punkt 3 wurde beschlossen, die Lehmkuhle bei H. Jürgens sein Haus mit Bäume zu bepflanzen.


Aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 27. 02.1926 (Seite 366)


Dem Antrage des Landwirts Hein Jürgens Köhlen auf Anlegung eines Wasserloches in der bei dessen Hause belegenen Lehmgrube zum Zwecke der Versorgung seines Viehs mit Wasser wurde stattgegeben.
Hierüber soll mit dem Antragsteller noch ein Vertrag abgeschlossen werden.


Aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 02.06.1926 (Seite 378)


Es wurde beschlossen den Notteich bei H. Ahrens Hause soll eingefriedigt werden. Die Pfähle hierzu soll D. Dönzelmann Köhlen und Latten soll H. Alpers Köhlen liefern. Die Herstellungsarbeiten hat H. Alpers zu verrichten.


Gemeinderatsprotokoll vom 13.04.1928 (Seite 453)


Der Antrag des Claus Dönzelmann den Notteich mit Drahtgeflecht einzufridigen wurde vorläufig zurückgestellt.


Gemeindeausschußsitzung vom 07.06.1933 (Seite 46)


P1. Wurde beschlossen als Gedenktag die N.S.D.A.P. einen "Hitler - Gedenkstein" aufzustellen und man hierzu den Platz der Lehmkuhle bei Cl. Dönzelmann ausersehen. Der Ausschuß beschließt einstimmig den betreffenden Platz zu diesen Zweck zur Verfügung zu stellen.




2)
Am 02.09.1934 wurde auf diesem Grundstück der Hitlerstein eingeweiht (siehe 700 Jahre Köhlen Seite 184) und (Schulchronik Seite 165).
Zu Ehren des Führes Adolf Hitler (1889-1945) wurde der Gedenkstein aufgestellt.
Aus der Sandkuhle Vorm Moor wurde der riesige Findling mit einem Gewicht von rund 300 Zentner ins Dorf gerollt. Die Oberaufsicht hatte Karl Kleemeyer. Auf Schienen bahnte sich das Ungetüm über mehrer Tage verteilt seinen Weg.. Die Loren und Schienen stellte das Bauunternehmen Kistner aus Wesermünde-Lehe (heute Bremerhaven) zur Verfügung. Die einzelnen Schienenstücke zog man hinten weg und legte sie vorne wieder an.
Die Inschrift:

Ein Führer - ein Volk - ein Vaterland und Hakenkreuz
wurde 1945 überputzt.

 

Am 02.09.1934 wurde der Hitlerstein eingeweiht


Auf einem Foto von 1935 ist vorne der Notteich vor dem Hitlerstein zu sehen


Ein Foto von 1936 | Die Inschrift: Ein Führer - ein Volk - ein Vaterland

Auf der westlichen Spitze des Grundstückes wurde 1952 eine Zisterne für 50 m³ (50.000 l) Wasser gebaut.

 

Gemeinderatsprotokoll vom 23.3.1959; Punkt 5:


Mit 10 gegen 1 Stimme wurde beschlossen die frühere Lehmkuhle bei Kl. Jürgens einzuebnen und mit der Erde vom Brandhagen zu planieren. Das frühere Denkmal soll abgebrochen werden.


Gemeinderatsprotokoll vom 16. Juni 1965; Punkt 2:


Der Gemeinderat beschließt, die Lehmkuhle an Klaus Jürgens bis zum 31. Dez. 1970 zu verpachten.




3)
Nach dem Krieg war um den Hügel, auf dem der Stein stand, ein Wassergraben.
Auf dem östlichen Teil war ein Gatter (Schüttkoben). Hier konnte jeder herrenloses Vieh reintreiben und der Besitzer konnte es dann dort wieder abholen.


1997 wurde auf dem Platz eine Sirene auf einem 12 m hohen Stahlmast installiert.



4)
Der Platz wurde im Jahre 2000 renoviert. Der Beschluß wurde in der Ratssitzung vom 7.3.2000 gefaßt. In der Sitzung vom 11.7.2000 wurde bekanntgegeben, das die Renovierung der beiden Denkmalplätze in der Dorfmitte (bei Scheper) und an der Großenhainer Str. 73.300 DM gekostet hat, die Gemeinde hat einen Zuschuss von 28.000 DM erhalten.



Der renovierte Platz im Mai 2000

Bei der Renovierung wurde der Mutterboden zur Seite geschoben und anschließend ca 30 cm Sand eingearbeitet. Danach wurde die Erde wieder aufgetragen und mit Gras angesät.
Es wurden an der Großenhainer Str. und Dorfstr. Ost insgesamt 9 Linden (ca 2,50 m groß) angepflanzt.
Außerdem wurde in einem Rondell ein Fahrradständer und ein Holztisch mit zwei Holzbänken aufgestellt.



5)
In der Ratssitzung am 15.06.2004 wird beschlossen, daß die Pflegemaßnahmen für die gemeindeeigenen Plätze durch Vereine und Straßengemeinschaften durchgeführt werden sollen.
Der Denkmalplatz soll durch die "Anwohner der Großenhainer Str." gepflegt werden.
Hierzu hat sich Behrend Joost (Dorfstr. Ost) bereit erklärt.


03. November 2007

Auf dem Platz werden an verschiedenen Stellen Osterblumen gepflanzt. Daran beteiligen sich Hein + Käthe Jürgens, Carsten von Soosten, Hinrich von Soosten, Carsten Steffens, Karin Claussen (1957) und Behrend Joost.

 
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