Der Denkmalplatz Drucken
Geschrieben von Claus Claussen   
Samstag, 21. Juni 2008

Die erfassten Daten zur historischen Entwicklung des Köhlner Denkmalplatzes



Straße + Haus-Nr. seit 1980 Nr. seit 1855;
davor

Denkmalplatz Dorfstr. Ost 11 + 12      z

1)
Aus dem Archiv der landschaftlichen Brandkasse für den Landdrosteibezirk Stade, kurz Brandkataster, kann man folgendes entnehmen:
Im Jahre 1807 versicherte ein Johann Höllings die folgenden Gebäude:

 a) Wohnhaus zu 350 rß (Reichstaler)
 b) Klein Haus zu 200 rß
 c) Scheune zu 100 rß



2)
Am 04.02.1825 heiratete der ledige Claus Döscher (13.08.1802 - 06.03.1873) aus Köhlen die ebenfalls ledige Margretha Elisabeth Döscher (19.08.1801 - 26.05.1864) aus Ringstedt.
Seine Eltern waren Peter Döscher aus Köhlen und Anna Margaretha Brümmer aus Ringstedt.
Ihre Eltern waren Dierk Döscher und Thrin Margret Mangels, Beide aus Ringstedt.

Sie hatten 9 Kinder:

Peter             07.06.1825 -  ?               Verbleib unbekannt
Diedrich         07.10.1827 - 11.01.1848  Er starb mit 21 Jahren ledig an Nervenfieber
Friedrich        04.03.1830 - ?                Siehe 3)
Claus             30.12.1832 - 07.03.1835  Er starb mit 2 Jahren an Halsbräune
Gerd Hinrich   30.09.1835 - ?                 Verbleib unbekannt
Hermann        08.08.1838 - 20.08.1838  Er starb mit 12 Tagen an Schlagfluß
Anna Margr.   31.08.1839 - ?                 Verbleib unbekannt     
Nicolaus         05.01.1843 - ?                 eventuell war er ausgewandert nach Amerika
                                                           und wohnte 1880 in New York
Ahrend          16.12.1845 - ?                  Verbleib unbekannt

Lt. der Baustellenchronik (in der Schulchronik) übernahm Claus Döscher das Anwesen im Jahre 1828; wie, ist nicht bekannt.


Vor der Verkoppelung 1840 hatte der Hof  6,3 ha Eigenland und Anteile an der Allmende. Die Allmende wurde von der Dorfschaft als Weide für alles Weidevieh genutzt, ebenso zum Heide- und Buschhieb.  In der Verkoppelung und  Spezialtheilung 1840 - 1855 erhielt der Hof aus der Allmende  ? ha; sodass der Hof dann  ?     ha Eigenland hatte.
Zu dieser Zeit ( 1852) fand auch die Ablösung von den Meierdiensten zu Gunsten des
Amtes Bederkesa statt. Hierzu mussten das 25-fache der bisher jährlichen Meier-
dienste aufgebracht werden. Der Hof wurde als 1/2 Höfner bezeichnet


Nach der Verkoppelung wurden in Köhlen neue Hausnummern im Uhrzeigersinn vergeben. Angefangen wurde im Osten bei Wittschief (Heute = Zum Sabel 1) mit der Nr. 1; dann ging es weiter Richtung Westen bis in die Marsch jeweils auf der Südseite der Straße; danach auf der Nordseite zurück und weiter bis zum Stühbusch und anschließend Vorm Moor. Diese Nummerierung war von der Nr. 1 - Nr. 93 oder 94. Später bekam jedes neu bebaute Anwesen eine fortlaufende Hausnummer. Die letzten so vergebenen Haus-Nummern waren im Jahre 1980 >>> 221 = Hinrich Gerdes, 222 = Heinz Fuhl und 223 = Ernst Landgraf; alle 3 „Vorm Moor“.
Dieses Grundstück bekam die Hausnummer 12         


In einer Liste der Einwohner und Wohngebäude aus dem Jahr 1858 (aufgenommen vom Gemeindevorsteher) stehen folgende Angaben:

Claus  Döscher       Köthner     56 reformiert
Elisabeth Döscher                   57 lutherisch
Anna  Döscher                        19 reformiert
Niclaus Döscher                      16 reformiert
Ahrend  Döscher                     13 reformiert

Die ältesten drei Kinder Peter, Friedrich und Gerd Hinrich sind nicht aufgeführt; wahrscheinlich sind sie nicht mehr in Köhlen.


3)
Am 12.02.1864 heiratete der ledige Friedrich Döscher (04.03.1830 - ? ) aus Köhlen die ledige Anna Catharina Rebecca Eyts (Eits) ( ? - ? ) aus Köhlen.
Ihre Eltern waren Lüder Eyts aus Lehe und Catharina Rebecca Tons.

Sie hatten 2 Kinder:

Nicolaus          07.02.1865 - 27.03.1865  Er starb mit 2 Monaten an „Halsbräune“
Friedrich Louis 18.11.1871 - ?                Verbleib unbekannt

Im Jahre 1861 kaufte Friedrich Döscher die Hofstelle mit den Gebäuden auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Dorfstr. Ost 1). Die Ländereinen der Hofstelle „Dorfstr. Ost 1“ nahm August Müller mit zur neuen Stelle in der Haus-Nr. 96; (Heute Johann Lück = Großenhainer Str. 43).


Im Jahr 1864 war der „Deutsch-Dänische Krieg“. Im Jahre 1866 war der Österreichisch-Preußische Krieg. Das Königreich Hannover stand Österreich bei, verlor den Krieg und wurde preußische Provinz.

Im Jahre 1865 verkaufte Friedrich Döscher Teile des Hofplatzes an den Nachbarn Claus Tönjes.

Einige Jahre war Friedrich Döscher (genannt „Fritz Döscher) der Vorsteher(1) von Köhlen.

In den Jahren 1870/1871 war der deutsch-französische Krieg.
Am 18.01.1871 wurde das deutsche Reich gegründet; die Kaiserproklamation erfolgt in Versailles. Mit der Gründung wurde eine einheitliche Währung eingeführt; die „Mark“. Damit endete die Zeit der Kleinstaaten mit ihren unterschiedlichen Währungen.

Mit Einführung der preußischen Verwaltung wurde 1874 das „metrische System“ in Deutschland eingeführt. Es änderten sich viele Maße und Gewichte, (z.B. Meter statt Fuß; Kilo statt Pfund). Außerdem wurden 1874 Standesämter eingeführt.

Weitere Teile des Hofplatzes verkauft er 1875 an Carsten Scheper.  

Am 01.04.1885 wurde der Landkreis „Lehe“ bei der Einführung der preußischen Kreisreform in der Provinz Hannover gebildet.

Der I. Weltkrieg begann am 01.08.1914 mit der Kriegserklärung an Rußland und endet am 11.11.1918 mit dem Waffenstillstand im Wald von Compiégne. Als Anstoß zum Krieg wurde allgemein die Ermordung des österr. Thronfolgers am 28.06.1914 angesehen.


4)
Im Jahre 1919 kaufte die Gemeinde Köhlen den Hofplatz.

Gemeindeprotokoll vom 10.11.1919 (Seite 240)

 III. Beratung über den Bau eines Kriegerdenkmals auf dem dazu gekauften Platze,
  ..sp. Beteiligung der Gemeinde Köhlen an dem Bau des Denkmals in Ringstedt.

 .... es wurde der Beschluß gefaßt es bei dem bereits in Aussicht genommenen Bau
 des Kriegerdenkmals in Köhlen zu belassen, nach vielen hin und herraten kam es zu
 dem Beschluß sofort eine Sammlung zu dem Baufond vorzunehmen, welche die
 stattliche Zeichnung von 4.060 M. ergab. Der Gemeindevorsteher sprach hierfür den
 Gebern freundlichen Dank aus.
 Der Vorstand des Kriegervereins gab dann bekannt, das die beiden
 Vorstandsmitglieder Bart. Mall und Jak. Jürgens die Sammlung
 weiter vervollständigen sollten.

Gemeindeprotokoll vom 14.11.1919  (Seite 244):

 1. Fast einstimmig wurde beschlossen, daß ein Gemeindehaus als solches gebaut
 werden soll und zwar auf dem von der Gemeinde erworbenen Grundstück, Mitte des
 Dorfes.
 2. Über die Größe des Hauses kam noch kein Beschluß zustande, jedoch der
 Vorschlag, daß der Versammlungsraum 200 Sitze umfassen soll, fand den meisten
 Zuspruch.
 3. wurde verhandelt über den Antrag, daß das Gemeindehaus eine Wohnung enthalten
 soll, dieses wurde durch die Mehrheit abgelehnt.

Gemeindeprotokoll vom 08.12.1919  (Seite 247):
 In ihr wurde unter anderem unter Punkt 11 der Tagesordnung beschlossen, daß die
 Kaufsumme für den erworbenen Gemeindebauplatz durch eine Gemeindesteuer
 gehoben werden soll.

Gemeindeprotokoll vom 08.11.1920  (Seite 256):
 
 2. wurde beschlossen, die auf dem Denkmalsplatz befindliche Schmiede auf Abbruch
 zu verkaufen. Bei genügendem Angebot soll der Zuschlag erteilt werden.

Eine Postkarte mit Poststempel vom 19.05.1916 zeigt den heutigen Denkmalplatz in der Mitte


Gemeindeprotokoll vom 02.12.1920 (Seite 256):

 In heutiger Gemeindeversammlung wurde nach Erledigung der Tagesordnung die
 Schmiede öffentlich auf Abbruch versteigert. Höchstbietender war Schuhmacher
 Her. Mahnken mit 2.250,00 M. Die Dachziegel blieben Eigentum der Gemeinde.
 H. Mahnken wurde der Zuschlag erteilt.

Gemeindeprotokoll vom 07.01.1921  (Seite 257):

 In heutiger beschlußfähigen Gemeindeausschußsitzung wurde beschlossen, den Neu-
 bau eines Gemeindehauses 16 m lang u. 10 m breit zu bauen. An der Nordseite soll
 ein Schreibzimmer mit Aktenraum, sowie Torfraum eingebaut werden. Mit der Her-
 stellung der Zeichnung wurde Johannes Meyerherm sen beauftragt. Zu Holzankauf
 wurde Wilh. Lintelmann beauftragt. Die Bauarbeiten sollen öffentlich an Köhlener
 Handwerker vergeben werden.

Gemeindeprotokoll vom 17.01.1921  (Seite 257):

 In heutiger Gemeindeausschußsitzung wurde beschlossen,
 1. der Dachstuhl des Gemeindehauses mit Errichtung von 80 cm Höhe herzustellen.

Gemeindeprotokoll vom 17.02.1921  (Seite 258):

 Anwesend sämtliche Mitglieder.
 In der heutigen Ausschußsitzung wurde verhandelt u. beschlossen:
 1. den Bau des Gemeindehauses öffentl. an die hiesigen Handwerker auszuschreiben.
 Es wird der Termin zur Einreichung der Kostenanschläge auf den 15. März d.J.
 festgesetzt. Die Zimmer- und Tischlerarbeiten sollen je für sich vergeben werden. Die
 Fenster sollen aus Kiefernholz mit Pfosten hergestellt werden, des gleichen die Türen.
 In d. Zimmererarbeiten sind Nägel mit einbegriffen. Die notwendigen Eisenteile sol-
 len nach Gewicht gekauft werden. Die Bolzen zu d. Stangen und d. Dachstuhl ge-
 hören zu den Zimmerarbeiten. Die Dachziegel soll Meyerherm bei Engelhardt in
 Wehdel bestellen. Die Zimmerarbeiten sollen bis zum 1. Mai soweit fertiggestellt
 sein, daß der Bau gerichtet werden kann.

Gemeindeprotokoll vom 26.03.1921  (Seite 261):

 Gemeindeversammlung.
 An heutiger Gemeindeversammlung, welche in ortsüblicher Weise unter Angabe des
 Zwecks Haus bei Haus angesagt war und unter dem Vorsitz des Beigeordneten H.
 Tiencken stattfand, wurde verhandelt und beschlossen:
 
 1. Hinrich Fick, sen und andere hatten den Antrag gestellt, den Bau des Gemeinde-  
 hauses wegen der fortwährend steigenden Preise aufzugeben, die Steuerpflichtigen der
 Gemeinde dadurch zu hoch belastet würden und schlug vor, die bereits vorhandenen
 Baumaterialien an die durch Brand Geschädigten zu einem niedrigen Preise abzu-
 geben. Der Antrag wurde von der Mehrheit unterstützt, und es wurde daraufhin
 beschlossen, den Bau des Gemeindehauses aufzugeben. Dann wurde eine
 Kommission gewählt, die die Verteilung der Baumaterialien vornehmen soll,
 ebenfalls die Festsetzung der Preise.

 2. wurde beschlossen, der Betrag aus den Baumaterialien soll Angelus Brandtjen zu
 seinem Neubau zur Verfügung gestellt werden.

 Die gewählte Kommission hat die Verteilung der Baumaterialien vom
 Gemeindehause folgendermaßen geregelt

 1. M. Döscher erhält 31.000 Steine, ¾ von dem gelöschten Kalk, 18 Balken, sowie
 das Rehmholz.
 2. Chr. Müller erhält 8.000 Steine, 34 Sparren u. ¼ vom vorhandenen Kalk
 3. Aug. Wöst erhält   3.000 Steine u 4 Sparren

 Der Preis für die Materialien ist folgendermaßen festgesetzt
  1.000 Steine  = 60 M
  Balken, das Stück = 30 M
  Sparren,     „  = 20 M
  Kalk, 1.000 Pfund = 30 M
 
 für 42.000 Steine  a’ 60 M =    2.520 M
  17 Balken a’ 30 M            =       510 M
  34 Sparren a’ 20 M          =       680 M
  11.000 Pfund Kalk            =       330 M
    Sa                                =    4.040 M


Martin Döscher (1905 - 1993) schrieb 1921 nach dem großen Brand auf seinem Hof  in dem Tagebuch „Erbhof Döscher“ folgendes:
 
 Die Gemeinde Köhlen wollte in dem Jahre beim Kriegerdenkmal ein Gemeindehaus
 bauen, wozu die Bauutensilien teilweise schon angefahren waren. In einer
 Gemeindeversammlung wurde nun beschlossen, daß wir zusammen mit Chr. Müller
 gegen eine geringe Bezahlung diese Materialien zum Bauen verwenden sollten. Mit
 diesem Gelde wurde Angelus Brandtjen nun Gelegenheit gegeben sich auch ein
 eigenes Haus zu bauen, indem er von dem Stellmacher Chr. Hillebrandt eine alte
 Scheune auf Abbruch kaufte.

Gemeindeprotokoll vom 18.04.1921  (Seite 265):

 4. wurde Cl. Claussen (2) Hs-Nr. 5 zum Vorsitzenden der Denkmalskommission gewählt.

Gemeindeprotokoll vom 24.04.1921  (Seite 266):

 3. über den Denkmalsbau soll ein Urteil des Professors Sievert, Hannover eingeholt
 werden.

Gemeindeprotokoll vom 22.04.1922  (Seite 271):

 2. Die Einweihung des Kriegerdenkmals soll am 10.6.22 stattfinden. Es soll dazu Herr
 Landrat Pieschel und sämtliche hiesigen Vereine eingeladen werden. Der Vorsitzende
 der Denkmalskommission soll mit den Vorständen der Vereine das Programm
 festsetzen.

Gemeindeprotokoll vom 22.08.1922  (Seite 273):

 7. Martin Höllings (Kaufmann) wurde beauftragt, den Draht für die Umzäunung des
 Kriegerdenkmals anzukaufen.


Weitere Informationen und die Namen der geehrten Kriegsteilnehmer siehe im Buch „700 Jahre Köhlen“ auf den Seiten 218 - 224.

Auf einem Foto anläßlich des Sportfestes am 03.06.1923 kann man sehen, dass das Denkmal auf einem ca. 1 m hohen Podest steht. Dieser Sockel ist etwa 5 mal 5 m groß.


Gemeindeprotokoll vom 23.03.1925  (Seite 326):

 Punkt 3. Die Anpflanzung von Ziersträuchern beim Kriegerdenkmal wurde bewilligt.

Gemeindeprotokoll vom 23.05.1925  (Seite 335):

 Punkt II. Auf Antrag des H. Hubert erhält selbiger fürs Reinhalten der Fußwege beim
 Denkmal das Gras welches auf den Anlagen beim Denkmal wächst.


Auf einer Postkarte etwa aus dem Jahr 1925 ist rund um das Grundstück eine etwa 1 m hohe Hecke zu erkennen.

Gemeindeprotokoll vom 30.04.1926  (Seite 376):


 Das Reinigen des Denkmalplatzes bei H. Hillebrandts Hause wurde dem W. Isenberg
 für die Zeit vom 01. Mai 1926 bis 30. April 1929 übertragen. Er hat Fußsteige, Beete
 u.s.w. in Ordnung zu halten. Ferner hat er den Rasen öfter zu mähen. Als Vergütung
 erhält er sämtliche Wegearbeit, welche er in diesem Zeitraum zu leisten hat,
 angerechnet.


Auf einer Postkarte etwa aus dem Jahr 1929 ist auf dem Podest eine etwa 30 cm hohe Hecke zu erkennen.


Gemeindeprotokoll vom 16.12.1929  (Seite 5):

Die Junglandbundgruppe Köhlen hatte den Antrag gestellt, für Reinigung des Denkmalplatzes die Gemeindesteuer und die Leihgebühr für Benutzung des Lichtbildapparates zu erlassen.
Es wurde beschlossen, dem Antragsteller die Reinigung zu folgenden Bedingungen zu übertragen:
Die Gemeindesteuer wird erlassen; der Lichbildapparat darf 5 mal im Jahre unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, wenn der Schulvorstand damit einverstanden ist und der Antragsteller die Haftung für Beschädigung übernimmt. Der leitende Lehrer ist jedesmal in Kenntnis zu setzen. Außerhalb des Ortes darf der Apparat nicht benutzt werden.
Der Beschluß gilt vorläufig auf ein Jahr.

Ein Bild etwa aus dem Jahr 1930/1938. Darauf ist zu sehen, das acht Personen das Grundstück um das Denkmal säubern. Dies sind u.a. Hein Höllings (1913-1995); Johann Meyer (1908-2000); Martin Höllings (1917-1971); Käthe Hubert, verh. Döscher (1917-1998) und Martin Döscher (1905-1993).


Der II. Weltkrieg begann am 01.09.1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen und
endete am 08.05.1945 mit der bedingungslosen Kapitulation.

Auf einer Postkarte aus dem Jahr 1946 ist die Hecke auf dem Podest nicht mehr vorhanden.

Gemeinderatsprotokoll vom 16.10.1951; Punkt Verschiedenes a)

Unter Verschiedenes wurde auch über die Neugestaltung des Kriegerdenkmales gesprochen, um auch für die Gefallenen des letzten Krieges eine würdige Gedenkstätte zu schaffen. Die schon einmal in Erwägung gezogene Verlegung des Denkmals auf den Friedhof scheint bei den Einwohnern nicht die nötige Zustimmung zu finden.
Es sollen nun Vorschläge und Entwürfe eingeholt werden, insbesondere vom Volksbund für Kriegsgräberfürsorge.

Gemeinderatsprotokoll vom 1.03.1952; Punkt Verschiedenes b)

Die Sammlung für die Neuherrichtung des Kriegerdenkmales ergaben ungefähr 2.000,- DM. Die Herrichtung soll möglichst bald vorgenommen werden. Entwürfe sollen angefordert werden.

Gemeinderatsprotokoll vom 5.04.1952

Gemeinderat und Denkmalausschuß waren beim Kriegerdenkmal zusammengekommen um von dem Gartenarchitekten Schwarz aus Worpswede, Architekt Hildebrandt aus Geestenseth und Herrn Leopold vom Kreisbauamt Vorschläge über die Neugestaltung des Denkmals und der Anlagen zu hören.
Die Beratung wurde so abgeschlossen, dass das Denkmal an seinem Standort belassen werden soll und die neuen Namen auf 2 neue Tafeln die rechts und links von dem grossen Findling in der Umfassungsmauer Platz finden sollen.
Hinter dem Denkmal ist dann ein Hochkreuz vorgesehen für die Toten der Heimatvertriebenen. Der Hintergrund wird mit verschiedenen Baumarten und Sträuchern bepflanzt. Der Eingang wird von der Nordseite auf die Westseite verlegt. Die Westseite des Platzes soll noch eine stärkere Abrundung erfahren, damit Langholzabfuhren mehr Platz haben. Gartenarchitekt Schwarz und Architekt Hildebrandt werden gemeinsam die Pläne ausarbeiten. Sobald diese vorliegen wird in einer Gemeindeversammlung den Einwohnern Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu nehmen.

Gemeinderatsprotokoll vom 10.06.1952; Punkt 2:

Gemeinderat und Denkmalausschuß waren beim Denkmal zusammen gekommen zur Beschlußfassung und Abgebung der Arbeiten. Man wurde sich soweit einig, dass die Arbeiten am Denkmal von der Firma Pape in Bremervörde nach Angebot vom 4.6.52 ausgeführt werden sollen. Die neuen Platten sollen nach dem Entwurf von Architekt Hillebrandt in Geestenseth genommen werden.

Gemeinderatsprotokoll vom 15.09.1952; Punkt 4:

Die Maurerarbeiten am Kriegerdenkmal werden an Wilhelm Hubert, Köhlen, vergeben.

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Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal um zwei Steintafeln für die Gefallenen des zweiten Krieges erweitert3. Die Arbeiten nahm Wilhelm Hubert vor.

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Gemeinderatsprotokoll vom 23.02.1953; Punkt 6,1:

Denkmal In nächster Zeit soll eine Besichtigung stattfinden, um über die Lindenbäume und die Neuanpflanzung zu entscheiden. Eine weitere Sammlung wird nötig sein.

Gemeinderatsprotokoll vom 22.10.1953; Punkt III,c:

Eine Abstimmung über die Frage, ob die beiden Lindenbäume beim Denkmal gefällt werden sollen, wurde mit 7 gegen 1 Stimme bejaht.

Gemeinderatsprotokoll vom 09.06.1954; Punkt 2:

Das Denkmal soll in der jetzigen Form vorläufig belassen werden. Die Einfriedung nach der Straße hin soll in Maschendraht 75 cm hoch hergestellt (werden) und mit einer Weißdornhecke bepflanzt werden. Über die Ausführung der Einfriedung soll mit Johann Albers verhandelt werden.

Gemeinderatsprotokoll vom 29.07.1954; Punkt 2:

Die Einfriedigung am Kriegerdenkmal soll nach den vorglegten Zeichnungen ausgeführt werden. Die Maurerarbeiten sollen von Wilhelm Hubert ausgeführt werden. Für die Holzarbeiten sollen Kostenanschläge eingeholt werden.

Gemeinderatsprotokoll vom 30.08.1954; Punkt 3 c:

Anschließend wurde noch über den Fortgang der Arbeiten beim Zysternenplatz und am Denkmal berichtet. Die Holzarbeiten zur Denkmaleinfriedigung wurden Hillebrandt und Warnke übertragen.

31.03.1955

An Wilhelm Hubert werden 300 DM für die Herstellung der Denkmalsmauer überwiesen.

Gemeinderatsprotokoll vom 20.04.1955; Punkt 11 b:

Das Denkmal soll entweder durch A. Ebert oder durch Wolf, Geestenseth, fertiggestellt werden.

Martin Döscher (1905 - 1993) schrieb 1955 im „Erbhof Döscher“ folgendes:

Das Kriegerdenkmal erhielt eine neue Einfriedung.

Gemeinderatsprotokoll vom 20.05.1955; Punkt 6:

Termin für die Einweihung des Kriegerdenkmals:  Die Einweihung wird weiterhin zurückgestellt.

1955

In diesem Frühjahr wurde die Straße an der Gabelung vor dem Denkmal in der Dorfmitte erheblich verbreitert. Aus diesem Grunde mußten leider die beiden großen Linden, die Zeichen und Zierde unseres Köhlener Dorfbildes waren, gefällt. Die Sicherheit des Verkehrs muß allem vorangehen! (Schulchronik Seite 375)

Gemeinderatsprotokoll vom 13.11.1957 Punkt 8:

Am Volkstrauertag soll um 9 Uhr am Kriegerdenkmal eine Feier stattfinden.
  (Anm. von Claus Claussen: dies ist der erste Hinweis nach dem 2. Weltkrieg)

Gemeinderatsprotokoll vom 21.08.1958 Punkt 5:

Die beiden Platten für die Gefallenen des letzten Weltkrieges sollen oben auf dem Sockel ihren Stand erhalten.

Gemeinderatsprotokoll vom 17.09.1958 Punkt 2:

Die Änderungen am Kriegerdenkmal sollen nach einer Besichtigung am Freitag an Ort und Stelle endgültig beschlossen werden.

Gemeinderatsprotokoll vom 21.09.1961 Punkt 3:

Die Malerarbeiten, Anstrich der Einfriedungen am Denkmal und Friedhof, wurden an den Mindestfordernden Hermann Wendt für 437,50 DM vergeben. Über den Farbton sollen der Bürgermeister und Martin Hillebrandt entscheiden.


Auf einer Postkarte etwa aus dem Jahr 1962 ist um das Grundstück ein etwa 50 cm hoher Holzzaun mit senkrechten Brettern, die auf einem Sockel stehen.

Im Jahre 1966 ist dieser Zaun weiß gestrichen.

Am 19. Juni 1980 stand ein Artikel in der „Nordsee-Zeitung“ bezüglich dem Ausbau der Ortsdurchfahrt. Darin hieß es u.a.:
 
 Nun befürchten die Gemeindevertreter, daß bei einer Umplanung der Trasse nicht nur
 das Haus (4), sondern auch einige der schönen alten Bäume auf der gegenüberliegenden
 Seite des Kriegerdenkmals verschwinden müßten. Dazu aber sagen Ratsherren und
 Naturschützer entschieden nein.

 Weiter hieß es:
 Die Vertreter der Gemeinde hatten jedoch den Eindruck, so Bürgermeister Döscher,
 daß alle Beteiligten nach einer Lösung suchen werden, um die Bäume zu erhalten,
 denn sie markieren mit ihrem Grün eindeutig den Ortsmittelpunkt.
 
Am 1. August/Oktober 1980 stand ein Artikel in der „Nordsee-Zeitung“ bezüglich dem Ausbau der Ortsdurchfahrt. Darin hieß es u.a.:

 Veränderungen brachte der Straßenbau auch für das Denkmal in der Kurve der
 Ortsmitte. das Fundament für das Kriegerehrenmal muß um 2,5 Meter zurückversetzt
 werden. Da der Platz groß genug ist, entsteht dennoch keine Enge.

Die „Umsetzung“ erfolgte am 01. November 1984. Beteiligt war die Fa. ............. mit einem kleinen Kran. Außerdem wurde der damalige Ortsheimatpfleger Hermann Claussen (1933) hinzugezogen. Nach mündlicher Überlieferung soll im Sockel ein Dokument über die Erbauung vorhanden sein. Dies wurde jedoch nicht gefunden.
Der Vorschlag von Hermann Claussen, das Denkmal noch weiter zurück wieder aufzubauen, damit bei Feierlichkeiten vor dem Denkmal mehr Platz vorhanden ist, wurde nicht angenommen.

1984 wurde das Kriegerehrenmal um 2,5 Meter zurückversetzt.


Am 19. Juni 1980 stand ein Artikel in der „Nordsee-Zeitung“ bezüglich dem Denkmal:

 Eine wahre Meisterleistung, was die drei Senioren Johann von Soosten (1913 - 2000),
 Claus Jürgens (1901 - 1985) und Martin Döscher (1905 - 1993) in wenigen Wochen
 in ehrenamtlicher Arbeit, also ohne jedes Entgelt für die Gemeinde vollbrachten.
 Nach dem Ausbau der Ortsdurchfahrt mußte der bisherige Bretterzaun um das in der
 Ortsmitte stehende Ehrenmal verschwinden. Nunmehr wurde aus zahlreichen
 Feldsteinen eine völlig neue Umrandung geschaffen. In mühevoller Arbeit haben die
  drei Senioren mit einigen zusätzlichen Helfern diese Arbeit mit viel Hingabe
 geleistet, und das bei jedem Wind und Wetter. Dafür hat sich jetzt Köhlens
 Bürgermeister Martin Döscher jun. bei den drei Senioren herzlich bedankt.

Gemeinderatsprotokoll vom 02.11.1983; Punkt19

Die Fa. Niehaus und Laube reinigt das Ehrenmal für rund 2.500 DM. Die Verunreinigung des Denkmales ist so stark, daß kaum etwas leserlich ist.


Im Gemeindespiegel - Juni 2004 schreibt der Bürgermeister Martin Döscher u.a.:

 Die Kommunalaufsicht wird den Gemeindehaushalt nur noch genehmigen, wenn der
 Anteil der so genannten freiwilligen Leistungen auf ein Mindestmaß abgesenkt wird.
 Wir wollen hier ansetzen, da der Rat der Auffassung ist, dass Steuererhöhungen
 sowohl bei der Grundsteuer A und B, als auch bei der Gewerbesteuer der falsche Weg
 wären.
 Wir wollen sparen, die Bürger in die Arbeiten mit einbinden, um trotzdem ohne
 zusätzliche Belastung der Bürger weiter investieren zu können.
 Gemeindeeigene Plätze werden nicht mehr durch bezahlte Mitarbeiter gepflegt,
 sondern durch Vereine, Straßengemeinschaften und Einzelpersonen.
 
 Das Ehrenmal in der Ortsmitte wird von einer „Arbeitsgruppe der
 Kyffhäuserkameradschaft“ betreut.

 Martin Döscher bedankt sich bei Hermann Claussen und Claus Heinz Ratje, die die
 Eingangspforte zum Ehrenmal repariert haben.


Bei einem Sturm am 26. Febr. 2002 fiel der linke Kastanienbaum um und wurde ersatzlos entfernt. (5)


Am 19. Sept. 2006 stehen auf der Anlage noch 7 Linden und eine Kastanie.

       
Quellen:
1) Geschichte Bederkesa’s   Hermann Ruete, Stade
2) Aus Ringstedts Vergangenheit  Lehrer Krönke
3) Schulchronik    Lehrer Meyer und weitere unbekannte Schreiber
4) 700 Jahre Köhlen 1300 - 2000  Gemeinde Köhlen
5) Knaurs Lexikon (Ausgabe 1969)
6) Hermann Claussen (*1933)
7) Nordsee-Zeitung
8) Erbhof Döscher    Martin Döscher (1905-1993)
9) Protokollbücher    Gemeinde Köhlen
10) Verkoppelung und Spezialtheilung der
 Dorfschaft Köhlen 1840 - 1850  Gemeinde Köhlen
11) Datei mit den abgeschriebenen Daten aus
 den reformierten und lutherischen Kirchenbüchern
12) Protokollbücher der örtlichen Vereine
13) Die Kunstdenkmale des Kreises Wesermünde,
 Band I, Der frühere Kreis Lehe aus dem Jahre 1939
14) Brandkataster, aus dem Archiv der landschaftlichen Brandkasse für den Landdrosteibezirk Stade

Fussnoten ( ):
1      Vorsteher = Bürgermeister (siehe Hofakte Lüer Höllings, Ortbruch, 1866)
2      *1879 - + 1935
3      700 Jahre Köhlen, Seite 218
4      Das Haus von Hermann Hubert; Geestensether Str. 2
5      lt. Helga Cordes und Heinz Hubert

 
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